Die Bewerbungsmappe, insbesondere der Lebenslauf inklusive möglichst aller Zeugnisse, sind ein wichtiges Instrument zur erfolgreichen Stellensuche. Die individuell auf die angestrebte Stelle ausgerichtete Präsentation zeigt dem/der Personaler/Personalerin was für eine Einladung zum Vorstellungsgespräch spricht.

Den ein für alle Mal feststehenden Lebenslauf gibt es daher nicht, sondern immer mehrere Varianten. Notwendig ist die jeweilige „Anpassung“ des Lebenslaufes an die Anforderungsmerkmale des angestrebten Arbeitsplatzes. Erwartet wird fast ausschließlich der tabellarische Lebenslauf in maschinenschriftlicher Form. Er umfasst in der Regel ein bis drei einseitig beschriebe DIN A 4 Seiten. Meistens sind es zwei Seiten. Machen Sie es dem Leser einfach, indem Sie den Werdegang bzw. die Berufserfahrungen auf einer Seite darstellen.

Ein Deckblatt kann dazu dienen, bestimmte Details der Bewerbung hervorzuheben. Neben Name, Adresse und Foto können Qualifikation und/oder persönliche Merkmale darauf platziert werden. Es hängt vom Bewerberprofil ab, ob für die Bewerbungsmappe ein Deckblatt erstellt wird, oder ob man besser darauf verzichtet. Ein Schulabgänger hat zunächst Mühe ein Blatt zu füllen, da ist ein Deckblatt eher unüblich. Bei vielen Stationen im Werdegang kann es durchaus empfehlenswert sein, damit die Mappe insgesamt nicht zu „gedrückt“ wirkt.

Bewerber, die dem Personaler zeigen wollen, dass sie mit einer Textverarbeitung umgehen können, denen bietet sich bei der Gestaltung der Bewerbungsmappe eine gute Möglichkeit. Mit MS-Word oder LibreOffice in einer Tabellenstruktur aufgebaut, lässt sich das Dokument leicht formatieren um Sie professionell „ankommen“ zu lassen. Geben Sie sich dafür Mühe, nehmen Sie sich ausreichend Zeit und arbeiten Sie professionell.

Der handgeschriebene Lebenslauf in Aufsatzform wird vornehmlich bei der Einstellung von Auszubildenden, hin und wieder noch im öffentlichen Dienst sowie bei der Besetzung von herausgehobenen Führungspositionen verlangt (Schriftprobe). Zwei Aspekte interessieren den möglichen Arbeitgeber beim Studiums Ihres Lebenslaufes besonders: die Zeitenfolge und die Positionsanalyse.

Die Zeitenfolge interessiert

a.) um möglichen Lücken in Ihrem Lebenslauf auf die Spur zu kommen. Hinter jeder Lücke vermutet man Ungutes. Obwohl heute eine kurze Arbeitslosigkeit lange nicht mehr die Bedeutung hat, wie noch vor 5 bis 10 Jahren..
b.) Interessant sind auch die Zahl der Arbeitsstellen in einem bestimmten Zeitraum.
27 Jahre und jünger, möglichst nicht unter 2 Jahren wechseln.
27 bis 35 Jahre – möglichst 3- 4 Jahre bei einem Arbeitgeber bleiben
40 Jahre und älter, möglichst nicht unter 5 Jahre wechseln

Wer häufig früher seinen Arbeitgeber gewechselt hat, dem werden Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder mangelndes Durchhaltevermögen unterstellt. Umgekehrt gilt, wer erst nach 10 oder 15 Jahren wechselt, dem wird oftmals Ängstlichkeit oder zu geringe Lern- und Anpassungsfähigkeit oder fehlende Lern- und Anpassungsbereitschaft unterstellt.

Die Positionsanalyse beschäftigt sich mit dem Auf- und Abstieg, Berufs- und Arbeitsgebietswechsel. Hier kommt es auf Geradlinigkeit und Folgerichtigkeit an: Haben Sie mal dies mal das gemacht, oder lässt sich ein roter Faden in Ihrer Berufslaufbahn erkennen?

Lücken im Lebenslauf machen sich nie gut. Idealerweise ist ein Lebenslauf vollständig. Versuchen Sie größere Lücken zu vermeiden. Es ist gut, wenn eine klare Linie zu erkennen ist, obwohl in vielen Branchen auch zunehmend Brüche im Lebenslauf akzeptiert werden. Stellen Sie sich dann aber darauf ein, dass man Sie danach fragen wird. Sollten Sie Lücken im Lebenslauf haben, führen Sie diesen Zeitraum trotzdem auf, z.B.Spanienaufenthalt zur Verbesserung meiner Sprachkenntnisse“.

FOLGENDES GLIEDERUNGSSCHEMA

… hat sich bei tabellarischen Lebensläufen bewährt und soll Ihnen zur Anregung bzw. zur Weiterentwicklung dienen:

1. Persönliche Daten

Vor- und Zuname
Anschrift/Telefon/Telefax/E-Mail-Adresse
(muss nicht sein, kann auch auf einem Deckblatt plaziert werden)
Geburtsdatum und -ort
Religionszugehörigkeit (i.d.R. nur bei Ag in kirchlicher Trägerschaft)
Familienstand, ggf. Zahl und Alter der Kinder (wann betreut)
Staatsangehörigkeit (wenn diese ausländisch ist, mit Aufenthalts-/Arbeitsstatus)

2. Berufstätigkeit

Berufsbezeichnung, -positionen, eventuell Aufgabenbereich
Arbeitgeber mit Ortsangabe
Aufgaben

Es sollte erkennbar sein, für welches Aufgabengebiet Sie zuständig sind (evtl. auch die damit verbundenen wesentlichen Kompetenzen, Verantwortlichkeiten, besonderen Erfolge u.ä. angeben). Selbst wenn Sie Arbeitszeugnisse oder Zwischenzeugnisse beilegen, aus denen solche Informationen genauer hervorgehen, erwartet man im Lebenslauf ausführlichere Angaben über Ihre Berufstätigkeiten – insbesondere die derzeitigen.

3. ggf. Fortbildung

Abschlüsse, die den erlernten Beruf aufwerten, sind Fortbildungen. Beispiele könnten sein, der Kfz-Mechaniker der seinen Meisterbrief geschafft hat, oder ein Bewerber mit kaufmännischer Ausbildung, der sich zum Fach- oder Betreibswirt weiterqualifiziert hat.

Fortbildung (IHK)
Träger/-institution mit Ortsangabe
Eventuell mit Hinweis auf besonderen Erfolg

4. ggf. Berufsausbildung

Berufsabschluss (IHK)
Ausbildungsfirma/-institution mit Ortsangabe
Eventuell mit Hinweis auf besonderen Erfolg

5. ggf. Hochschulstudium (oder vergleichbare Ausbildung)

Art der Examina
Name/Ort der Universität oder Fachhochschule
Schwerpunkte
Thema der Examensarbeit; ggf. Promotion

6. Schulausbildung

besuchte Schulen (Typen)
Schulabschlüsse

7. Praktika

Ziel des Praktikums
Praktikumsfirma/-institution mit Ortsangabe
Inhalte

Alle Informationen mit grober Zeitangabe. Führen Sie in chronologischer Reihenfolge Art und Zeiträume der von Ihnen besuchten Schulen an. Bei berufserfahrenen Bewerbern, wird es akzeptiert, wenn nur angegeben wird, wann welcher Schulabschluss an welcher Schule erreicht worden ist. So könnten Sie z. B. nur schreiben: 7/1989 Landrat-Lucas-Schule in Leverkusen, Allgemeine Hochschulreife. Auch eine Zusammenfassung von Grund- / Hauptschule, Realschule oder Gymnasium in einen gemeinsamen Zeitraum ist möglich.

8. ggf. berufliche Weiterbildung

alles, was der Berufspraxis genützt hat. Sehr positiv es bewertet, wenn Sie aktiv und systematisch Ihre Berufspersönlichkeit weiterentwickelt haben und z. B. fachlich nicht auf der Stelle treten. In diese Rubrik fallen auch Auslandserfahrungen, Fremdsprachenkurse, Seminare zur Stärkung Ihrer Führungs-, Kommunikations- und Motivatonsfähigkeiten u. ä.

9. Besondere Kenntnisse

z.B. Fremdsprachen, EDV, Führer- und andere Scheine, aber auch hier Vorsicht und Überlegung, welches Bild Sie von sich abgeben

10. Sonstiges / Hobbys (gerne künstlerisch)

Hier muss gut überlegt werden. Inhaltlich sollte dieser Bereich irgendwie zur Bewerbung für den jeweiligen Arbeitsplatz passen. Ehrenamtliches, soziales Engagement oder sportliche Aktivitäten könnten an der Stelle richtig sein. Sportarten mit hoher Verletzungsgefahr haben im Lebenslauf jedoch nichts verloren.

11. ggf. Sonderinformationen über

Auslandsaufenthalte während Schulzeit/Berufstätigkeit, ggf. Praktika/Aushilfstätigkeiten/Nebentätigkeiten und Ferienjobs, usw.

12. Ort, Datum, Unterschrift

Handschriftlich unterschreiben, keine Grußformel, Erklärung, Versicherung etc.

Ziffern 2. bis 7.: alle Informationen möglichst mit Zeitangaben
Reihenfolge: im Zweifelsfall chronologisch. Achten Sie darauf, dass die von Ihnen angegebenen Daten oder Zeiträume mit denen auf den beigefügten Anlagen (z.B. Zeugnissen, Arbeitszeugnissen) übereinstimmen. Gleichen Sie Ihren Lebenslauf mit diesen Unterlagen ab.

Zeugnisse und Zertifikate